Solidarität mit Musik und Abendbrot (EZ 01.11.14)

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Von EZ-Redakteurin GABY WOLF

„Die Suppe ist lecker!” – „Die Musik aber auch!” Dieses Lob war am Donnerstagabend noch öfter im „Kumm Rin!” zu hören. Gut 60 Leute drängten sich in der Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch Beeinträchtigte in der Hermann-Allmers-Straße, um das zu genießen, was der Verein „Das Boot” unter dem Motto „Suppe und Mucke” dort aufgetafelt hatte. Und das war eben nicht nur ein Solidar-Event im Zeichen der drohenden Fünf-Prozent-Kürzung des städtischen Zuschusses, sondern auch ein gemütlicher Abend mit Wärmendem für Leib und Seele.

Das begann schon am Eingang. Katharina Röhr und Michelle Verwold, Jahrespraktikantinnen von der Hochschule, empfingen jeden, der eintrat mit einem herzlichen „Schön, dass Sie da sind. Kommen Sie doch weiter rein!” Marieke Rademacher vom „Boot”- Projektmanagement und Julia Hagen, Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr, halfen beim Platzfinden. Tatsächlich war Durchschlängeln und Zusammenrücken im passend mit Noten und Löffeln dekorierten Raum angesagt. Koch Timo Kramp vom Beschäftigungsprojekt „Kom(m)büse” und Helferin Sandra Eeten hatten schon vor der „Mucke” ganz gut zu tun, denn die Besucher legten einen gesunden Suppenhunger an den Tag. „Ist ja gerade Abendbrotzeit. Das passt”, kommentierte ein Premierengast und tauchte den Löffel in die große Kumme Möhrenkokoscremesuppe mit frischem Ingwer. Andere wählten die Zitronengras-Hühnersuppe. Dazu gab es selbst gebackenes Brot, kalte Getränke und Darjeeling aus dem Samowar. Zur Freude von Bundesfreiwilligendienstlerin Margret Kröger und FSJlerin Diana Rohmann an der Bestelltheke rundeten etliche Besucher die Beträge zugunsten des „Kumm Rin” auf.

„Wir sind ganz überrascht, dass gleich beim ersten Mal so viele Leute gekommen sind, um Solidarität zu zeigen”, sagte „Boot”-Geschäftsführer Rainer Hempel. Mit Charme, Gitarre, Mundharmonika und vor allem seiner Stimme zauberte danach Thomas Kümper aus Aurich den Besuchern ein Lächeln ins Gesicht. Ob „Norwegian Wood” von den Beatles, „Heart of Gold” von Neil Young, „Wonderwall” von Oasis oder „Zeugnistag” von Reinhard Mey – für jeden war etwas dabei. Eine Mischung aus Psychedelic, Avantgarde und Schlager lieferte später die Band „The Interference” aus Leer und Hamburg.

Zwischendurch ging Kontaktstellenleiterin Andrea Kapapa, um deren Stelle es bei der Kürzung geht (wir berichteten), mit dem Hut herum. „Wir wollen die Reihe im nächsten Jahr auf jeden Fall fortsetzen”, sagte sie. „Dann aber draußen.”

► Junge Bands, die noch Auftrittmöglichkeiten suchen, können sich unter kapapa-das.boot@ewetel.net melden. Auch Sponsoren sind nach wie vor willkommen.

► EZ-Artikel vom 01.11.2014 zum Download (PDF): Hier klicken!

Ein Kommentar auf "Solidarität mit Musik und Abendbrot (EZ 01.11.14)"

  1. bowie sagt:

    Es war ein schöner Abend. Und der Artikel gibt das sehr gut wieder. Warum waren nur so wenig Kolleginnen und Kollegen aus anderen psychosozialen Einrichtungen da? Es ging schließlich darum, Solidarität mit dem „KummRin!“ zu zeigen. Liegt es daran, dass man einerseits seinen Job macht und dass die niedrigschwelligen Angebote einem relativ egal sind? Ich mache meinen Job und danach ist Ruhe? Die Bedingungen, unter denen psychisch beeinträchtigte Menschen leben hat nichts mit mir zu tun?

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