Über den Verein

Der Vorstand des Vereins „Das Boot”: Dr. K. Leiditz, Prof. Dr. W. Trabert, Dr. Martin Vollbrandt, Prof. F. Gerlach (Vors.), R. Hempel

Der Vorstand des Vereins „Das Boot”: Dr. K. Leiditz, Prof. Dr. W. Trabert, Dr. M. Vollbrandt, Prof. F. Gerlach (Vors.), R. Hempel

Allgemeine Informationen über den Verein


„Das Boot“ ist ein in Emden tätiger gemeinnütziger Verein, der sich seit mittlerweile 30 Jahren (ge-gründet im April 1981) um die Versorgungslage psychisch erkrankter und behinderter Menschen in der kreisfreien Stadt Emden und in den angrenzenden Landkreisen Aurich und Leer kümmert. Er bietet den Menschen mit einer psychischen Behinderung zurzeit unterstütztes Wohnen in einem dezentralen oder „virtuellen“ Wohnheim (20 Plätze) und im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens gem. §§ 53ff SGB XII an. Seit 1997 unterhält der Verein im Emder Stadtteil Barenburg Räumlichkeiten für die Kontakt- und Beratungsstelle „KummRin!“. Das „KummRin!“ stellt ein offenes und niedrigschwelliges Kontaktangebot dar und bietet den NutzerInnen durch die zahlreichen (Freizeit-)Angebote Raum für neue (Lern-)Erfahrungen. Es ist ferner ein Ort, der Sicherheit, Tagesstruktur, Ausruhen und das gewünschte und aushaltbare Maß an Kontakt und Unterstützung bieten soll. Im Jahr 2003 wurde das ambulante Unterstützungsangebot durch das Ambulant Betreute Wohnen für Menschen mit Suchterkrankungen und Mehrfachdiagnosen erweitert.

Im Rahmen der TAB (Tagesstruktur – Arbeit – Beschäftigung) bietet der Verein niedrigschwellige Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten in verschiedenen Bereichen an: Es gibt die Fahrrad- und die Holzwerkstatt, das Ebay- und das Tonerkartuschen-Projekt, einen Handwerkerdienst und die Grünflächenpflege. Neu sind seit 2010 der Sozialladen „2nd Hand“ und der Bootsverleih. Seit 2009 ist der Verein auch Träger einer Ergotherapie-Praxis.

Der Verein versteht sich als gemeindepsychiatrische Einrichtung. „Gemeinde“ wird in diesem Zusammenhang definiert als ein Ort, wo psychische Erkrankungen/ Behinderungen entstehen (können) und wo sie auch behandelt und begleitet werden sollten. Das bedeutet z.B. für die psychisch beeinträchtigten Menschen, unabhängig in der Gemeinde zu leben, in kleinen Wohneinheiten oder alleine, mit passgenauer Unterstützung, die sich an den Bedürfnissen und Bedarfen der Einzelnen orientiert. Es bedeutet auch (barrierefreien) Zugang zu haben zu Bildung, Arbeit und Beschäftigung sowie zum sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinde/ im Stadtteil/ im Wohnbezirk.

Die Unterstützungsleistungen der Mitarbeiterinnen sollen sich an der Leitidee der Inklusion („Nicht-Aussonderung“ oder „unmittelbare Zugehörigkeit“) orientieren. Integration wird oft nur als eine Eingliederungsmaßnahme oder als Platzierung behinderter Menschen in bestehende oder „passende“ Einrichtungen der Behindertenhilfe gehandhabt. Inklusion setzt andere Akzente. Es geht um die „Umgestaltung der Umwelt im Sinne einer inklusiven Gesellschaft, die die Bürgerrechte aller ihrer BürgerInnen respektiert und zu realisieren hilft“ (HINZ 2004, S. 68). Die Betonung liegt auf alle BürgerInnen, auch der Menschen mit psychischer Behinderung, die nicht in „Sonderwelten“ rehabilitiert werden sondern mitten unter uns leben sollen (community living). Die Beteiligung und Einbeziehung der NutzerInnen oder Psychiatrie-Erfahrenen (PE) und der Angehörigen (A) im Sinne einer trialogischen Psychiatrie ist Bestandteil der Leitlinien des Vereins.

In Zukunft möchte der Verein seine ambulanten Unterstützungsangebote erweitern: z.B. individuelle Arbeitsbegleitung (IAB) nach SGB XII, weitere niedrigschwellige Arbeitsmöglichkeiten (Zuverdienst), ambulant betreutes Wohnen für ältere psychisch erkrankte Menschen, Etablierung des derzeit schon laufenden BürgerhelferInnen-Managements, ambulante psychiatrische Pflege (APP – Home Treatment), integrierte Versorgung im Bereich des SGB V etc.

Satzung des Vereins

Organigramm

Boot_Organigramm01-2015
Bild zum Vergrößern anklicken

Organigramm zum Download (PDF): Hier klicken!

Kurze Chronik des Vereins Das Boot

  • 1981 Am 27. April 81 wurde der Verein von MitarbeiterInnen der Psychiatrischen Klinik Emden, von Psychiatrie- Erfahrenen und von interessierten BürgerInnen gegründet.
  • 1982 Erste Vereinsräumlichkeiten (in der Klunderburgstraße 1) wurden angemietet, um eine Anlauf- und Kontaktstelle zu betreiben.
  • 1983 Erstes Personal wurde eingestellt. Eine Sozialarbeiterin war für die Arbeit in der Anlauf- und Kontaktstelle und für die Betreuung einer ersten Wohngemeinschaft (mit 4 Personen) zuständig.
  • 1985/1986 Das dezentrale Wohn- und Übergangsheimheim (mit 8 Plätzen in 2 Wohngruppen) nahm seinen Betrieb auf. Die Geschäftsstelle und die Kontaktstelle werden in die Große Straße 91 verlegt.
  • 1987 Das Wohnheim erweitert seine Platzzahl auf 12 Plätze. Herr Frank Gerlach übernimmt den Vereinsvorsitz von Frau Katharina Krüger.
  • 1991 Der Verein erweitert sein Angebot mit dem „Betreuten Einzelwohnen“ (BEW).
  • 1995 Die Wohnheim- Zentrale und die Geschäftsstelle werden in die Hauptstraße 6 (Emden-Larrelt) verlegt. Das Wohnheim erweitert die Platzzahl auf 14 Plätze und hat jetzt 3 Standorte.
  • 1997 Der Verein eröffnet in der Hermann- Allmers- Str. 3b (im Stadtteil Barenburg) nach 2-jähriger Unterbrechung wieder eine Anlauf- und Kontaktstelle („Kumm rin!“).
  • 1999 Der Verein erweitert sein Angebot mit dem Beruflichen Integrationsdienst (BID) für Menschen mit psychischen Behinderungen. Dieser Dienst konnte in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt Emden entwickelt werden.
  • 2001 Im Verbund mit dem Ostfriesischen Verein für psychosoziale Betreuung Aurich wird der Verein Träger des neu geschaffenen Integrationsfachdienstes (IFD). Das Wohnheim übernimmt erste Wohnungen in der Cirksenastraße 69a/b („Alte Strickwarenfabrik“) und erweitert auf 15 Plätze.
  • 2002 Nach langen Verhandlungen mit der Stadt Emden und mit dem Land Niedersachsen erhielt der Verein die Zusage einer 2-jährigen Projektförderung für das „Kumm rin!“ (Begegnungs- und Kontaktstelle). Das Wohnheim erweitert seine Platzzahl auf 18 Plätze und hat jetzt 2 Standorte (und 5 Wohnungen).
  • 2003 Im Ambulant Betreuten Wohnen (vormals: BEW) arbeiten mittlerweile 6 SozialarbeiterInnen. Über 30 psychisch beeinträchtigte Menschen werden ambulant betreut. Das ABW für Menschen mit Suchterkrankungen und Mehrfachdiagnosen startet in die Erprobung.
  • 2004 Die „Kumm rin!“- Förderung wird von Land und Stadt um ein Jahr verlängert. Das Wohnheim erweitert auf 20 Plätze.
  • 2005 Das Land Niedersachsen zieht sich aus der Finanzierung der Personalstelle im „Kumm rin!“ zurück. Der IFD ist in seiner Existenz gefährdet. Ende des Jahres kann ein weiteres Übergangsjahr mit dem Integrationsamt vereinbart werden. Mit dem Ostfriesischen Verein für psychosoziale Betreuung e.V. wird eine Arbeitsgemeinschaft begründet. Der Verein übernimmt die Räumlichkeiten in der Hermann- Allmers- Str. 3b (Kontaktstelle und ABW- Stützpunkt)
  • 2006 Die Bundesbehindertenbeauftragte Frau Evers- Meyer besucht den Verein. Der Verein wird 25 Jahre, das Wohnheim 20 Jahre und das Ambulant Betreute Wohnen 15 Jahre alt.
  • 2007 Der Berufliche Integrationsdienst (kurz: BID) wird reaktiviert. Im Juni wird der Sozialladen „Dit und Dat“ eröffnet. Der Verein ist im Oktober Mitveranstalter einer gut besuchten Tagung zum Thema „Persönliches Budget“ an der FH-OOW. Der erste Wandkalender „Ansichten“ entsteht in der Mal- und Schreibwerkstatt und wird zum Verkauf angeboten.
  • 2008 Die Stadt Emden erhöht die Förderung der Personalkosten für die Mitarbeiterin der Kontaktstelle. Der Verein wird umbenannt und heißt jetzt „Das Boot – Verein zur Förderung seelischer Gesundheit e.V.“. Im Spätherbst beginnen die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten in der Kontaktstelle „KummRin!“.

WP-Backgrounds by InoPlugs Web Design and Juwelier Schönmann