Kritischer Vortrag zur Inklusion von Prof. Dr. M. Winkler sorgte für Diskussionen

"Inklusion - Reflexionen und kritische Nachfragen"

Am 21. Mai 13 referierte Prof. Dr. M. Winkler auf Einladung des Vereins im VHS- Forum zum Thema „Inklusion- Reflexionen und kritische Nachfragen“. Etwa 50 Zuhörer_innen hatten sich eingefunden und hörten dem sehr anspruchsvollen Vortrag von Herrn Winkler aufmerksam zu.
Der Referent informierte die Veranstaltungsgäste nicht nur über die aktuelle Situation einer Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention und der darin geforderten „inclusive education“, sondern stellte das Konzept der Inklusion insgesamt auf den Prüfstand ohne es in Bausch und Bogen abzulehnen. Im Zentrum des etwa 75-minütigen Vortrages standen die Benennung von möglichen Risiken und Nebenwirkungen der Inklusion, aber auch Hinweise auf Chancen und Möglichkeiten.
Letzteres wurde offensichtlich von einigen Zuhörern überhört, sodass in der anschließenden Aussprache die sehr fundierten Hinweise auf „die dunkle Seite der Inklusion“ wiederum kritisiert wurden. Deutlich wurde, dass insbesondere Schulen mittlerweile zu einem Brennpunkt im Prozess der Umsetzung von Inklusion geworden sind. Einige Teilnehmer_innen der Diskussion hätten sich mehr praktischen Rat für den Umgang mit dieser Thematik in ihrem Wirkungsbereich gewünscht. Schade war, dass zum Teil eine Stimmung erzeugt wurde, die nur ein Pro und Contra Inklusion zuließ. Die vom „Boot“ organisierte Vortragsveranstaltung sollte aber vor allem (und hier ganz besonders für die Mitarbeiter_innen der Systeme der Behindertenhilfe und der psychiatrischen Arbeit) eine zum Nach- und Weiterdenken anregende und im positiven Sinne irritierenden Veranstaltung sein.

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► Den Vortrag gibt es hier zum Download (PDF): Michael Winkler: Inklusion – Reflexionen und kritische Nachfragen | Vortrag vom 21. Mai 2013 in der VHS Emden (PDF)

13 Kommentare auf "Kritischer Vortrag zur Inklusion von Prof. Dr. M. Winkler sorgte für Diskussionen"

  1. TillSchreiner sagt:

    INKLUSION- Inklusion – Inklusion, überall wird der Begriff verwendet, gebraucht und auch mißbraucht. Die Profis drehen sich in ihren Diskursen um sich selbst, versuchen ihr Fell und ihre Macht zu retten und die eigentlich Betroffenen werden kaum gefragt oder gar beteiligt. Entscheidend ist, zu fragen: Was wollen die Betroffenen und in welcher Gesellschaft wollen wir ALLE leben und nicht: was will oder muss der Staat umsetzen, nicht: wo kann noch in der Behindetenhilfe, in der Schule gespart werden, auch nicht: wo können individuelle Rechtsansprüche zurückgeschraubt werden und nicht: wo und wie können sich Profis mit einem weiteren wohl klingenden Begriff schmücken?

  2. Ulrich Seevers sagt:

    Ja, ein kompliziertes Thema, vor allem für die Leute vor Ort in der jeweiligen Praxis, denen wieder einmal etwas Neues (eigentlich in der weiteren Betrachtung ja auch Selbstverständliches, nur in neuen Kleidern) zur Umsetzung vorgesetzt wird.
    Gerade deswegen: Den Vortrag fand ich sehr anspruchsvoll und wenn man nicht so im Thema ist, teilweise auch ziemlich anstrengend im Nachfolgen. Aber das war auf der anderen Seite unbedingt nötig um der Komplexität der möglichen Auswirkungen, Chancen und Fallstricken des neuen Trends Rechnung zu tragen. >Zentrale Frage, wie wollen wir in dieser Gesellschaft leben? Und wollen wirklich dann auch alle Beteiligten so „zusammen“leben.< Die Betrachtungen zu diesem Thema unter Berücksichtigung der politischen Großwetterlage (sprich: Interessen, Moden und Glaubenssätzen), Forschung, Philosophie, praktischer Lebenserfahrung u.a. brachte den nötigen Hintergrund und Hilfestellung, sich trotz der Tücke des Objekts letztendlich nicht kirre.machen zu lassen. Wach, warm, nicht kalt, einfühlsam und mit Fingerspitzengefühl den täglichen Anforderungen zu begegnen und sich ebenso mit diesen Qualitäten und einem Quentchen Mut einzeln, auch solidarisch – und meist nötig – beharrlich an die KollegInnen, die jeweils nächste Entscheidungsebene, die zuständigen Mandatsträger oder Organisationen zu wenden, um die Dinge zu Guten zu wenden. Ein guter Impuls, sich nicht ausschliesslich im Klein Klein einzuspinnen. Dazu sind solche "Qualitätsveranstaltungen" doch wirklich gut.
    Vielen Dank an die KollegInnen vom "Das Boot", die hier in Emden regelmäßig entsprechenden Input organisieren.

  3. rainerH sagt:

    Einer der besten Vorträge, die ich in den letzten Jahren (in Emden) gehört habe. Den Kritikern, die meinten, der Vortrag sei zu abgehoben, zu akademisch- abstrakt gewesen und es hätte Mühe gemacht, zu folgen, möchte ich sagen, dass es mit Sicherheit auch sehr viel Mühe gemacht hat, den Text zu verfassen beziehungsweise so tief in die Thematik der Inklusion einzutauchen und den „Gegenstand“ von mehreren Seiten aus zu beleuchten. Und irgendwelche Rezepte für die Praxis kann es auf so einer Veranstaltung schon mal gar nicht geben. Selber denken, Querdenken, Neues denken, Weiterdenken, wo möglich Bündnispartner suchen und dann im eigenen Wirkungsbereich Veränderungen anstossen, lautet die Botschaft eines solchen Impulsvortrages.
    An zwei Punkten möchte ich aber Herrn Winkler widersprechen: (1) Ich halte die demokratische Psychiatrie in Italien (Basaglia, Jervis) in den 70ern und Folgejahren oder die Anti- Psychiatrie in England (Cooper, Laing) und in den USA (Szaz) überhaupt nicht für gescheitert. Einige radikale Experimente vielleicht, in denen man sowohl den psychisch kranken Menschen als auch Teilen der Gesellschaft zu viel zugemutet hat, aber man muss dennoch sagen, dass die damaligen Debatten, die radikale Kritik an den Anstalten, der Versuch der Umsetzung einer anderen Psychiatrie, das Wirken für eine Überwindung der gesellschaftlichen Ausgrenzung psychisch kranker Menschen und für einen Aufbau eines gemeindenahen Versorgungssystems im Ergebnis ein Klima für Reformen geschaffen hat, welches auch in der Bundesrepublik nach der Enquete von 1975 zu dem Beginn einer überfälligen Psychiatriereform geführt hat. (2) Wenn Herr Winkler von einer ehemaligen Werkstatt- Mitarbeiterin erzählt, die nach einer langen Zeit der WfBM- Zugehörigkeit einen Arbeitsversuch in der so genannten freien Wirtschaft bzw. auf einem „normalen“ Arbeitsplatz macht, dort scheitert und wieder zurück in die beschützte Werkstatt geht und froh darüber ist, dann spricht das nicht automatisch und in jedem Fall für eine Tätigkeit in einer WfbM, sondern vor allem erst mal gegen die Unternehmen, die nicht in der Lage sind, leistungsschwächere Arbeitnehmer_innen aufzunehmen und ihnen ggf. mit Begleitung oder einem Job- Coaching eine längerfristige Beschäftigungsperspektive zu bieten.

    • Sonja Bloempott sagt:

      An einigen Stellen hätte ich den Vortrag von Dr. Winkler schon als „zu akademisch – zu abstrakt“ beschreiben wollen. Auch ich hatte an mancher Stelle Verständnisprobleme und habe festgestellt, dass es einigen anderen Besuchern der Veranstaltung ähnlich ging. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass in der Einladung zum Vortrag stand, dass er sich nicht nur an Professionelle sondern auch an interessierte Bürger richtet. Somit fehlte mir ein klein wenig die Einführung bzw. das Antasten an die Thematik für die „interessierten Bürger“, die eben keine Profis sind…
      Ich gebe zu, dass dieser Vortrag mein Weltbild in Sachen Inklusion auf den Kopf gestellt hat. War ich zuvor noch absolut überzeugt von Ziel und Umsetzung der Inklusion, so habe auch ich inzwischen angefangen, das Ganze etwas kritischer zu sehen – allerdings nicht ganz so kritisch wie Dr. Winkler. Einige der von ihm genannten Beispiele erschienen mir etwas an den Haaren herbeigezogen, und dabei bleibe ich auch jetzt noch.
      Im Großen und Ganzen möchte ich mich allerdings einem meiner „Vorschreiber“ anschließen: Es wird so viel über den Begriff der Inklusion diskutiert. Doch Diskussionen allein helfen nicht wirklich weiter. Sicherlich ist es sinnvoll, die Menschen – gerade durch solche Vorträge – zum Nachdenken anzuregen. Aber man sollte die Sache nicht noch komplizierter machen, also sie ohnehin schon ist. Und zwischenzeitlich hatte ich den Eindruck, dass genau das passiert ist an diesem Abend. Dass Dr. Winkler aber dennoch einen „wunden Punkt“ getroffen hat, gestehe ich ihm absolut zu, denn das merke ich allein an mir und meiner Reflexion zur Thematik, die nach diesem Vortrag eingesetzt hat.

      • rainerH sagt:

        Ich kann die Kritik an der Diktion des Vortrages beziehungsweise an der Ausdrucksweise zum Teil verstehen. Der Inklusions- Vortrag war nicht „barrierefrei“, geschweige denn in leichter Sprache formuliert. Allerdings sind Lernprozesse immer mit Anstregung verbunden. Dass der Vortrag Ihr „Weltbild von Inklusion auf den Kopf gestellt hat“, ist erstmal ein tolles Kompliment für die Veranstaltung. So sollte es sein. Er sollte zum Nach- und Weiterdenken anregen und im günstigen Fall dazu führen, bisherige Sichtweisen zu hinterfragen, Freude aus dieser Verunsicherung zu ziehen, um danach eine Lernschleife mit am Ende vielleicht neuen Sichtweisen auf den „Gegenstand“ zu durchlaufen.

    • michael winkler sagt:

      Lieber Herr H.:

      Obwohl mich Herr Hempel auf die Kommentare zu meinem Vortrag aufmerksam gemacht hat, bin ich jetzt erst auf die Seite gekommen – und meine Rückmeldung ist auch nur ganz kurz: Danke für das Lob, vor allem aber: Sie haben mit Ihrer Kritik natürlich völlig recht; in Wirklichkeit habe ich das einfach dumm ausgedrückt: Ohne Kritische und Demokratische Psychiatrie wäre vieles im Bereich der psychosozialen Versorgung heute noch auf einem Stand von 1960. Von einem Scheitern darf man nur in dem Sinne reden, den Klaus Dörner angesprochen hat (und ihm bin ich gefolgt): Die Hoffnung auf De-Institutionalisierung und auf Rückgabe der psychischen Krankheit an die Gesellschaft, die das Leiden auslöst, ist gescheitert. Ich persönlich denke, dass das – abgesehen von den fortlaufend wirkenden Herrscahfts- und Kontrollmechanismen in modernen Gesellschaften – viel mit der komplizierten Verknüpfung von sozialer und kultureller Erfahrung mit einer „Natur“ von Menschen zu tun hat, die zwar geellschaftlich geformt, aber doch eigenartig (und „natürlich“ bestimmt) ist – jetzt wird es allerdings schon wieder kompliziert, doch brauche ich ja beim „Boot“ niemandem zu sagen, wie komplex psychisches Leiden ist. Jedenfalls: die Demokratische und die Kritische Psychiatrie bleiben maßgebend – schade nur, dass die wichtigen Arbeiten gar nicht mehr zugänglich sind, so dass man in der Lehre kaum darauf zurück greifen kann. Und dann: Ihrer Bemerkung zur Situation am Arbeitsmarkt kann ich ebenfalls nur zustimmen.
      Herzlich
      mw

  4. inklusionsSkeptiker sagt:

    Inklusion ist kein Ergebnis und schon lange keine Ideologie. Inklusion ist als Prozess zu begreifen und steht für „Transformation“ des demokratischen Systems und seiner Institutionen hin zu mehr Beteiligung (Partizipation) und zu mehr Rechten für die bislang Ausgeschlossenen. Die Ausgegrenzten und Ausgeschlossenen sollen nicht ins alte System eingeschlossen werden (was bedeuten würde, den Anderen in das Selbe einzubringen, bspw. Menschen mit Lernschwierigkeiten statt in Förderschulen in Regelschulen zu unterrichten), sondern sie sollten als Gleiche in einem neuen institutionellen Moment (der neuen politischen Ordnung) partizipieren. Das kann (am Beispiel von Schulen) nur bedeuten, die Dreigliedrigkeit der Regelschulen aufzulösen und eine „Schule für alle“ zu schaffen. Davon sind wir allerdings meilenweit entfernt. Eher würde ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen…

  5. derSoziologe sagt:

    Eine schematische „Drinnen-Draußen-Gegenüberstellung“ hilft bei genauerer Betrachtung nicht weiter. Näher an der Wirklichkeit scheint mir zu sein, „Inklusion“ (Einbezug in die Gesellschaft) und „Exklusion“ (Ausgrenzung und Ausschluss aus der Gesellschaft) als idealtypische Pole zu verstehen, zwischen denen sich Inklusion als Prozess vollzieht. Die gleichzeitige vielfältige Einbeziehungen in und Ausgrenzungen aus einer Vielzahl gesellschaftlicher Teilsysteme ist ein Ansatz, was der Komplexität moderner Gesellschaften eher gerecht wird. Es gibt schließlich unzählige gesellschaftliche Teilsysteme, die einen Teil der Gesellschaftsmitglieder einschließt und einen anderen ausschließt. Und daran sind die Menschen zumeist in freier Entscheidung beteiligt. Was anderes ist es, wenn man im Konzept der sozialen Inklusion und Exklusion den Gehalt des unterschiedlichen Grades an Beteiligung (Partizipation) und damit auch an der sozialen Ungleichheit (durch bspw. prekäre Lebenslagen) ausklammert. Denn „statt „Drinnen“ und „Draußen“ ist es eher das „Mehr“ oder „Weniger“ an Teilhabechancen, das eine Lebenssituation prekär und instabil macht und eine Entwicklung der stetigen Marginalisierung bis hin zum Auschluss aus gesellschaftlichen Teilsystemen einleiten kann“ (Böhnke, P., Die exklusive Gesellschaft, in: Sell 2002, S. 45 ff)

    • Gandalf sagt:

      Genau! Ich möchte auf keinen Fall, ob beeinträchtigt oder nicht, in bestimmte gesellschaftliche Teilsysteme, von denen „derSoziologe“ spricht, eingeschlossen werden. Viele entsprechen nicht meinen Werthaltungen. Aber ich möchte in dieser Gesellschaft ausreichend und gleiche Teilhabechancen haben, um zum Beispiel meine Talente entwickeln zu können…

  6. Sven Leptien sagt:

    Ich teile die Sichtweisen vom InklusionsSkeptiker in Bezug auf die Schule, da haben wir
    historisch einiges bewußt verschlafen, siehe die Ideologisch geführten Beiträge zur Gesamtschule und anderen Schulformen, die mehr den Menschen bzw. einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen.
    Ich teile auch die Meinung von Rainer H zu den Werkstätten und den Arbeitgebern, die durch eine rein auf die Verwertbarkeit für den sogenannten „normalen“ Arbeitsmarkt Menschen beurteilen. Dazu zählen auch sogenannte Potentailanalysen, die letzt endlich nur vordergründig Menschen ein freies Leben garantieren. Meisten geht es darum, als preiswerte und dauerhaft an Institutionen binden zu wollen mit dem waagen versprechen, Ihr seid frei wenn …(funktioniert) wie wir es wollen. Es geht immer wieder um das Grund Thema „Macht“ über andere haben zu wollen. Dieser ganze Inklusions Diskussion macht mich ehrlich gesagt immer mehr zu einem Gegner des ganzen, weil ich befürchte es wird auf Kosten der Menschen mit Einschränkungen diskutiert. Der Grund liegt in der menschlich vielleicht verständlichen Art, Menschen eher nach dem zu beurteilen was diese nicht können. Der Vortrag was ich auf der pdf gelesen habe, ist einer der Besten Beträge in den letzten Jahren zu diesem Thema, mehr davon, es darf auch etwas schwieriger im Text sein, schadet nichts.

    • Susan Chales de Beaulieu sagt:

      Hallo Sven,
      vielleicht erinnerst Du Dich an mich – ich gab an der Hochschule in Emden mal ein Filmseminar. Ich habe gerade eine Mail von einem Emder Filmclub erhalten, die ich an meine Studierende aus den Filmseminaren weiterleiten möchte – Teilnahme an Einsendungen zur Vorführung von Filmen. Ich schicke gerade an euch alle…befürchte aber, es wird nicht immer ans Ziel gelangen, weil vermutlich viele von euch schon nicht mehr in Emden sind. Falls Du magst, schicke mir Deine aktuelle Email. Du und Nils Kaschubowski könntet euren Kurzfilm doch vielleicht einschicken?? Und vielleicht hast Du die Kontaktdaten von Nils??
      Viele Grüße, ich hoffe, daß es Dir gut geht!
      Susan

      • Sven Leptien sagt:

        Hallo Susan,

        habe Nicola erreicht und ihr deine Mailanschrift gegeben. Nils leider nein.

        Ich selbst bin gut unterwegs, ich hoffe wir sehen uns gelegentlich zum Austausch.

        Beste Grüße

        Sven Leptien

  7. Wonderwall sagt:

    Eine wichtige Frage in der Diskussion um „Inklusion“ ist doch, wie sich Inklusion denken läßt ohne die Besonderheit des Anderen zum Verschwinden zu bringen. Die Menschen, ob nun behindert oder nicht- behindert etc. sind nun mal nicht gleich. Das kann auch keiner als Ziel eines Veränderungsprozesses wollen.
    Wir sollten uns stets an die Warnung Theodor W. Adorno (Minima Moralia, 1951) erinnern, dass nämlich in der Betonung der Gleichheit der Menschen ein unterschwelliger Totalitätsgedanke mitschwingt, dem nur durch die Akzeptanz der Verschiedenheit und Vielfältigkeit zu begegnen ist. Hier wäre anzusetzen. Adorno wörtlich: „Eine emanzipierte Gesellschaft jedoch wäre kein Einheitsstaat, sondern die Verwirklichung des Allgemeinen in der Versöhnung der Differenzen. Politik, der es darum im Ernst noch ginge, sollte deswegen die abstrakte Gleichheit der Menschen nicht einmal als Idee propagieren. Sie sollte stattdessen auf die schlechte Gleichheit heute, die Identität der Film- mit den Waffeninteressen deuten, den besseren Zustand aber denken als den, in dem man ohne Angst verschieden sein kann.“ (Theodor W. Adorno, Minima Moralia,1951)

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