Hausbesuche bringen Ordnung ins Chaos

Seit fast fünf Jahren bietet der Vere­in „Das Boot“ Ambu­lante psy­chi­a­trische Pflege in Leer an

Patien­ten mit psy­chis­chen Erkrankun­gen sollen sta­bil­isiert wer­den. Ange­hörige wer­den dabei ein­be­zo­gen, sagt Tan­ja Immega.

Der All­t­ag ist für Men­schen mit psy­chis­chen Erkrankun­gen oft­mals schw­er zu bewälti­gen. Wer an ein­er Angst­störung lei­det, traut sich eventuell nicht aus dem Haus, wer eine Depres­sion
hat, dem man­gelt es vielle­icht an eigen­em Antrieb. Bei Störun­gen wie ein­er Trau­ma­tisierung oder Psy­chose ist die Rück­kehr ins eigene Haus nach dem Klinikaufen­thalt schwierig.

Um in solchen Lagen zu unter­stützen und zu sta­bil­isieren, kön­nen Betrof­fene eine Hil­fe im pri­vat­en Umfeld bekom­men. Der Vere­in „Das Boot“ bietet seit fast fünf Jahren eine Ambu­lante psy­chi­a­trische Pflege (APP) in den Land­kreisen Leer und Aurich sowie in der Stadt Emden an. Das Ziel der Haus­be­suche sei es, Klinikaufen­thalte zu ver­mei­den, den Patien­ten zu sta­bil­isieren und ihm im All­t­ag zu helfen. Oder, wie es Tan­ja Immega, Lei­t­erin der APP, for­muliert: „Wir brin­gen Ord­nung ins Chaos.“

Etwa 90 Minuten dauert ein Haus­be­such in der Regel. Meis­tens wird das Gespräch mit dem Patien­ten gesucht, wobei es nicht nur um die Erkrankung gehe, sagt Immega. Wenn die Betrof­fe­nen den Besuch erwarten und zum Beispiel extra Tee machen, dann gehe es nicht sofort um Medi­zinis­ches. Ange­hörige oder Fre­unde wür­den ein­be­zo­gen, denn diese seien für die Patien­ten häu­fig der Halt im All­t­ag. „Wir ver­suchen, bei der Krisen­be­wäl­ti­gung zu helfen“, sagt Immega. So wür­den Men­schen, die sich nicht aus dem Haus trauen, zum Beispiel bei Arztbe­suchen begleit­et.

Die fünf Mitar­beit­er der APP betreuen derzeit rund 80 Patien­ten. Dabei leg­en sie oft weite Wege zurück, betont Rain­er Hempel, Geschäfts­führer bei „Das Boot“. In gewiss­er Weise sei APP mit anderen Pflege­di­en­sten ver­gle­ich­bar. „Aber das Tem­po hängt vom Patien­ten ab“, sagt Immega. „Ich sitze nicht mit der Stop­puhr da.“ Die Betreu­ung psy­chisch Kranker ver­lange eine entsprechende Aus­bil­dung. „Wir suchen Ver­stärkung“, sagt Hempel. Immega beispiel­sweise ist  Fachkranken­schwest­er für Psy­chi­a­trie und hat vorher in ein­er Klinik gear­beit­et.

APP wird von den Krankenkassen für max­i­mal vier Monate im Jahr finanziert. Danach soll der Patient in der Lage sein, den All­t­ag und möglichst auch den Beruf wieder zu bewälti­gen. Für chro­nisch Kranke gibt es die inte­gri­erte Ver­sorgung, die von eini­gen Krankenkassen für mehr als vier Monate bewil­ligt werde, sagt Hempel. Der Vere­in arbeit­et bei APP mit den psy­chi­a­trischen

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