Beim „Boot” aufs Rad, “Yellow days” und Tauschbibliothek (EZ 22.06.15)

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Vom Boot zum E-Bike: Stu­dent Max Reuter vom Mitar­beit­er-Team mit einem der vier rol­len­den Neuzugänge. EZ-Bild: Wolf

Emder Zeitung | 22. Juni 2015 | Redak­teurin Gaby Wolf

Der Vere­in „Das Boot” bietet an seinem Bootsver­leih am Wasser­turm bald nicht mehr nur Wasser­fahrzeuge an. Ab übernäch­ster Woche kann jed­er mit Bewe­gungs­drang auch E-Bikes in der Holzhütte des Vere­ins für Men­schen mit psy­chis­chen Prob­le­men mieten. „Wir haben vier E-Bikes angeschafft, die let­zten Vor­bere­itun­gen laufen”, sagt Sabine Semken, Team­lei­t­erin der vere­in­seige­nen Tagesstruk­tur-, Arbeits- und Beschäf­ti­gung­spro­jek­te (TAB), zu denen auch der Bootsver­leih gehört.

Dessen Mitar­beit­er haben bere­its eine Schu­lung bei Diedrich Draeger von der Verkehr­swacht hin­ter sich, um fit für die Ein­weisung der Kun­den zu sein. Und um erk­lären zu kön­nen, dass es sich bei den vier E-Bikes eigentlich um Ped­elecs han­delt. Das heißt, dass man trotz allem noch treten muss, wenn man vom Elek­troantrieb prof­i­tieren will. „Wenn man den Motor auf Tur­bo ein­stellt, schafft man mit ein­er Akku­ladung etwa 60 bis 80 Kilo­me­ter, wenn man ihn auf leichte Unter­stützung ein­stellt, natür­lich mehr”, erläutert Semken.

Voraus­set­zung dafür, ein solch­es Gefährt am Wasser­turm mieten zu kön­nen, ist allerd­ings, dass man seinen Per­son­alausweis vor­legt. „Dafür sind die E-Bikes ein­fach zu teuer, als dass wir sie ein­fach so gegen Gebühr her­aus­geben”, sagt Semken. Deshalb wird ein richtiger klein­er Mietver­trag aufge­set­zt. Dort ist neben der Preis­staffelung und den Abgabefris­ten auch die drin­gende Empfehlung ver­merkt, einen Fahrrad­helm aufzuset­zen. Den muss aber jed­er selb­st mit­brin­gen.

Zu dem neuen rol­len­den Ange­bot passt, dass in Zusam­me­nar­beit mit der Stadt Emden bere­its zehn abschließbare Fahrrad­box­en neben dem Bootsver­leih aufgestellt wur­den. Denn der liegt nicht nur an ein­er der Emder Fahrrad­straßen, son­dern auch an ein­er der Natur­erleb­nis-Radrouten, die die Stadt 2013 eingewei­ht hat. Als die zuständi­ge Mitar­bei­t­erin Elsche Wilts (Rad­verkehrs­förderung und Kli­maschutz) noch Pro­jek­t­part­ner suchte, die ein Auge auf die Info-Tafeln und Rad-Abstellmöglichkeit­en ent­lang der Pfade hal­ten und Verteil­stelle für die Routen­broschüre sein kön­nten, kam beim Vere­in „Das Boot” ger­ade die E-Bike-Idee gedanklich ins Rollen. So führte eines zum anderen.

Fünf der zehn Fahrrad­box­en wer­den kün­ftig für den E-Bike-Ver­leih ver­wen­det. Die anderen bleiben gegen eine Ein­wur­fge­bühr von einem Euro für alle nutzbar, die ihr Zweirad sich­er ver­wahrt wis­sen wollen, etwa wenn sie ins Tret­boot umsteigen. Den Schlüs­sel zur Aktivierung des soge­nan­nten Kassier­schloss­es muss man sich vorher eben­falls beim Bootsver­leih holen und nach dem Abholen des Fahrrades dort wieder abgeben oder in den Kas­ten wer­fen.

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Für Müll im Sack gibt’s Geld zurück

Aktion „Yel­low Days” beim Bootsver­leih

Emden. Wer „gelb” sieht, kann beim Bootsver­leih am Wasser­turm kün­ftig Geld sparen — muss aber auch ein biss­chen was dafür tun. „Yel­low Days” heißt die Aktion, die sich Mitar­bei­t­erin Stel­la Kei­t­el aus­gedacht und für das sie grünes Licht vom Trägervere­in „Das Boot” bekom­men hat. Die Idee: Wer sich an den extra beschilderten „gel­ben Tagen” einen gel­ben Sack und Hand­schuhe mit­geben lässt und während der Boot­s­tour schwim­menden Müll auff­is­cht, erhält nach Abgabe des gefüll­ten Sacks die Miet­ge­bühr zurück.

Eine schöne Idee, sie passt gut zu unserem Bemühen um Mül­lver­mei­dung und Weit­er­ver­w­er­tung”, sagte Sabine Semken, die als Team­lei­t­erin für die soge­nan­nten TAB-Pro­jek­te im Vere­in „Das Boot” zuständig ist. Diese Pro­jek­te sollen Men­schen mit psy­chis­chen und sozialen Prob­le­men Tagesstruk­tur, Arbeit und Beschäf­ti­gung bieten. Auch beim Bootsver­leih am Wasser­turm arbeit­en TAB-Teil­nehmer (derzeit sechs im Wech­sel) auf spo­radis­ch­er Ebene mit — als Helfer der drei fes­ten Mitar­beit­er.

Die Zusam­me­nar­beit mit den „Klien­ten”, wie der Vere­in sie nen­nt, bed­ingt allerd­ings, dass die Dien­st­pläne eher flex­i­bel gestal­tet sind. Daher gibt es auch keinen fes­ten Tur­nus für die „Yel­low Days”. „Wer sparen will, muss also auch ein biss­chen Glück haben, denn sie gel­ten nur, wenn Stel­la Kei­t­el selb­st Dienst hat”, erläuterte Semken.

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Gratisfutter-Box für Leute mit Lesehunger

Bücher­re­gal für Rad- und Bootaus­flü­gler

EZ210615_buecherEmden. Ein biss­chen hat sie was von einem überdi­men­sion­alen Fut­terkas­ten, diese Holzk­abine, die da jet­zt beim Bootsver­leih am Wasser­turm neben den Fahrrad­box­en ste­ht. Und das passt irgend­wie auch, denn sie enthält tüchtig Nahrung für Lese­hun­grige.

Der Vere­in „Das Boot” zur Förderung seel­is­ch­er Gesund­heit hat das umge­baute Bücher­re­gal aufgestellt, damit Aus­flü­gler und Urlauber sich gratis daraus bedi­enen oder Aus­ge­le­senes hine­in­stellen kön­nen. „Wir hat­ten noch so viele Büch­er­spenden, die sich über unser E-Bay-Pro­jekt nicht verkaufen ließen”, sagte Sabine Semken vom Vere­in. „Und sie ein­fach ins Alt­pa­pi­er geben — das woll­ten wir nicht.”

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Ein Kommentar auf "Beim „Boot” aufs Rad, “Yellow days” und Tauschbibliothek (EZ 22.06.15)"

  1. Marie Schatz sagt:

    Was für eine tolle Idee des Bücher­aus­tauschs!! Da lohnt es sich doch auf alle Fälle ein­mal vor­beizuschauen. Danke für dieses tolle Engage­ment und der nach­halti­gen Recy­cling-Idee!!

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