Kleinere Werkstatt und größere Räume

Zu weit draußen, zu kleine Räume, zu wenig Platz: Das ist beim Vere­in „Das Boot” zur Förderung seel­is­ch­er Gesund­heit nun Geschichte. Die Tagesstätte und die Ein­rich­tung heim­interne Tagesstruk­tur für Wohn­heim­be­wohn­er sind in die ehe­ma­lige Tis­chler-Werk­statt Marten von der Dith­marsch­er in die Dort­munder Straße gezo­gen. „Wir haben unseren Schw­er­punkt verän­dert”, sagte Tagesstät­ten-Lei­t­erin Sabine Semken. „Jet­zt haben wir eine kleinere Holzw­erk­statt, dafür größere und mod­ernere Räume für die Tagesstätte.”

Einen mit­tleren sechsstel­li­gen Betrag hat der Vere­in für den Kauf der alten Tis­chlerei und den bar­ri­ere­freien Aus­bau investiert. Eine nötige Investi­tion, wie Geschäfts­führer Rain­er Hempel sagte. Die alte Wirkungsstätte sei „sub­op­ti­mal” gewe­sen, das Anliegen: auch für die Mitar­beit­er bessere Bedin­gun­gen zu schaf­fen. „Jet­zt sind wir Teil der Infra­struk­tur im Stadt­teil, nicht auf der grü­nen Wiese, son­dern mit­ten­drin”, sagte Hempel.

Alles ist jet­zt fußläu­fig schnell zu erre­ichen

Ein Vorteil des Umzugs ist nun die fußläu­fige Nähe zur Geschäftsstelle des „Boots” in der Dol­lart­straße und den Wohn­grup­pen, eine davon in der Dol­lart­straße, fünf weit­ere in der Cirk­se­nas­traße. Der Fahr­di­enst wird nun nur noch für Klien­ten aus anderen Stadt­teilen bemüht, wobei es Ziel sei, dass alle Nutzer irgend­wann selb­st­ständig zur Tagesstätte kom­men.

Zurzeit wer­den 15 Men­schen aus der Tagesstätte vom neuen Dom­izil aus betreut, 18 weit­ere aus dem Wohn­heim. Zwei Ergother­a­peutin­nen sowie ein Erzieher und Gärt­ner küm­mern sich um die Klien­ten.

Gemein­sam geht es um sinns­tif­tende Tätigkeit­en, wie Sabine Semken die Tage­sauf­gaben beschreibt. Kreative Betä­ti­gun­gen wie Malen, Deko­ra­tio­nen basteln, aber eben auch Arbeit­en für andere wie Gärt­nern, Suppe kochen in der Kom(m)büse, Schmuck her­stellen, Mithelfen im Sec­ond-Hand-Laden, Repari­eren in der Fahrrad­w­erk­statt oder Mithelfen beim Bootsver­leih. Bei diesen Beschäf­ti­gung­spro­jek­ten kom­men Men­schen mit psy­chis­chen Ein­schränkun­gen mit der Außen­welt in Kon­takt, ste­hen im „nor­malen Leben”, wie Sabine Semken sagt. „Das stärkt das Selb­st­wert­ge­fühl mehr als gemein­sam zu strick­en.”

Aus­re­ichend Raum zum Rück­zug der Klien­ten

Wobei alle Beschäf­ti­gung­spro­jek­te in einem geschützten Raum ablaufen, eben weil die Klien­ten nicht voll ein­set­zbar sind. Deshalb wird in der Tagesstätte auch mehr Platz gebraucht. Jede „Boot”-Einrichtung hat deshalb unter anderem einen Ruhe- und Rück­zugsraum.

Ger­ade für Leute mit Psy­cho­sen ist das wichtig”, sagte Sabine Semken. „Die haben ihre eige­nen Stim­men im Kopf und ertra­gen es nicht dauer­haft, mit sieben anderen Men­schen zusam­men am Tisch zu sitzen. Sie müssen zeitweise raus aus dem Geschehen.”

Die neuen Räume der Tagesstätte in der Dort­munder Straße sind nun die Basis. Jed­er Klient hat aber unter­schiedliche, nach seinen Wün­schen und Bedürfnis­sen aus­gewählte Wochen­pläne und ist deshalb in der Dort­munder Straße oder in einem der anderen Pro­jekt-Häuser im Stadt­teil oder in Baren­burg unter­wegs.

Manche sind handw­erk­lich ori­en­tiert in der Fahrrad­w­erk­statt, andere helfen Boote zu ver­lei­hen, brauchen Bus­fahrtrain­ing oder wollen nur mit­tagessen und Kaf­fee trinken”, sagte Sabine Semken. „Ganz wichtig ist die regelmäßige Ver­sorgung mit Mahlzeit­en.”

Trotz des hohen Aufwands freuen sich die Mitar­beit­er des „Boots” über den Umzug in die Dort­munder Straße. „Alle Klien­ten fühlen sich hier richtig wohl, alles ist nach Wun­sch für uns herg­erichtet” sagte Sabine Semken. „Und wir bekom­men einen tollen Arbeit­splatz.”

hier geht es zum ganzen Artikel

Schreibe einen Kommentar

WP-Backgrounds by InoPlugs Web Design and Juwelier Schönmann